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Feuer und Flamme für die Feuerwehr

12.04.2017

Mit Urkunde, Blumenstrauß und Übergabe der Schulterstücken wurden jetzt zwei besondere Kameraden in die Striesower Ortswehr aufgenommen: Michelle Schneider und Dennis Gardy (beide 18) sind die ersten Nachwuchskräfte im Amt Burg (Spreewald), die von der Kinderfeuerwehr bis in die Einsatzabteilung ausgebildet wurden.

 

Am 15. Juli 2006 wurde in Striesow die erste Kinderfeuerwehr des Amtes Burg (Spreewald) und des gesamten Landkreises Spree-Neiße gegründet. Ute Hummel, Jaqueline Bertels und Yvonne Scheppan (heute Halko) hatten damals die Initiative ergriffen. Zu den Kindern, die von Anfang an dabei waren, gehören Michelle Schneider und Dennis Gardy. „Mein Papa ist auch Kamerad und das hat mein Interesse geweckt“, erzählt Michelle. „Es war etwas Besonderes, nun selbst mitmachen zu dürfen.“ Dennis hat die Feuerwehr einfach fasziniert. Jeden zweiten Samstag haben sich die anfangs etwa fünf Kinder mit ihren Betreuerinnen getroffen. Zum kindgerechten Einstieg gehörten Geschicklichkeitsspiele, mit der Kübelspritze spritzen, Orientierungsläufe, Besuche bei der Berufsfeuerwehr u. v. m. „Das einschneidenste Erlebnis für mich war, als wir mit dem LO mitfahren durften und uns jedes Gerät erklärt wurde“, erinnert sich Dennis. Mit dem Wechsel in die Jugendfeuerwehr unter Peter Köhler wurde die feuerwehrseitige Ausbildung verstärkt. Knotenübungen, Gerätekunde, Gefahrenstoffkunde mit tollen Experimenten und Erste Hilfe standen u. a. auf dem Übungsplan. Auch für Wettkämpfe und Orientierungsläufe wurde trainiert. „Unser Jugendfeuerwehrwart war immer sehr kreativ“, erinnern sich Michelle und Dennis. Nicht vergessen werden sie die Hydrantenrallye durch Striesow, bei der sie alle Hydranten und Flachspiegelbrunnen im Ort suchen mussten. „Auch wurden wir immer belohnt. Wenn wir zum Beispiel einen Pokal gewonnen haben, gab es von Peter ein Eis“, erzählen die Beiden lachend. Die größten Highlights aber waren aber die Kreis- und Amtsjugendlager.

Peter Köhler habe es verstanden, ihre Begeisterung immer weiter aufzubauen. „Wir hatten immer das Ziel vor Augen, auch einmal die Einsatzuniform zu tragen“, ergänzt Michelle. Die Beiden haben in den zurückliegenden Jahren einen regen Wechsel in der Kinder- und Jugendfeuerwehr erlebt. Die Interessen verändern sich, Schulwechsel, Berufsausbildung und Studium sind Gründe, warum das Feuerwehrhobby in den Hintergrund rückt. Peter Köhler hat beobachtet, dass oft auch die Grüppchen, die sich bilden, dafür sorgen, ob man gemeinsam aussteigt oder bleibt. Die „tolle Truppe“ war für Michelle und Dennis ein Grund, in der Feuerwehr zu bleiben. In der Jugendwehr sind echte Freundschaften entstanden. „Wir sind irgendwann zwar alle auf andere Schulen gegangen, aber am Samstag bei der Feuerwehr haben wir uns wieder getroffen“, erzählt Michelle. Manch einer ihrer Freunde ist erst später dazugekommen, absolviert(e) aber nun wie sie die Ausbildung zum Truppmann.

Die Truppmann-Ausbildung dauert zwei Jahre „und manchmal hatte man am Sonntag keine Lust aufzustehen“, so Michelle. „Aber es hat sich gelohnt“, meint Dennis. Daneben absolvierten sie Sprechfunkausbildung, die Lehrgänge zum Atemschutzgeräteträger usw.

Die Truppführerausbildung ist ihr nächstes Ziel. Diese wollen sie schaffen auch neben dem Start ins Berufsleben. Michelle möchte im September die Erzieherausbildung beginnen und später in der Region bleiben. Als stellvertretende Jugendwartin wird sie Peter Köhler unterstützen. Dennis macht gerade sein Abitur ab und beginnt im September seine Lehre zum Mechatroniker in Marienfelde. Auch er will der Feuerwehr treu bleiben. „Die Faszination vom Anfang ist geblieben.“

 

Hintergrund: Wie wichtig die eigene Nachwuchsgewinnung ist, erklärt Susanne Ragotzky, Amtsleiterin der Ordnungsverwaltung: „Nur selten können wir Quereinsteiger für die Freiwillige Feuerwehr gewinnen. Viel eher gelingt es, Einsatzkräfte aus dem eigenen Nachwuchs heranzuführen.“ Doch durchschnittlich wird nur einer von 10 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr am Ende Kamerad in der Einsatzabteilung, weiß Peter Köhler. Umso erfreulicher ist es, wie viele Jugendliche derzeit nachrücken. Für die Kinder- und Jugendwarte ist dies zugleich ein Ansporn und Dank für ihre Tätigkeit. „Ihre Leistung, die Jugendlichen auch vor der Konkurrenz anderer Vereine bei der Stange zu halten und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sie die Ausbildung zum Truppmann erfolgreich absolvieren können, ist nicht hoch genug einzuschätzen“, so Susanne Ragotzky.

Zur Unterstützung der Kinderfeuerwehr konnte das Amt Burg (Spreewald) jetzt xx Kinder-Feuerwehruniformen anschaffen, gefördert aus Lotto-Mitteln.