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Engagement für einzigartigen Schatz geehrt

Dissen-Striesow, den 27.04.2018

Sieger in der Kategorie I (Gemeinden im Kern des wendischen Siedlungsgebietes)  im 3. Landeswettbewerb "Sprachenfreundliche Kommune – serbska rěc jo žywa‘" wurde  die Gemeinde Dissen-Striesow.

 

"Sind solche Wettbewerbe wichtig?", fragte Torsten Mack, Vorsitzender des Rates für Angelegenheiten der Sorben/Wenden beim Landtag, um sogleich ganz deutlich zu antworten "Ja!". Denn, so betonte Dr. Ulrike Gutheil, Kulturstaatssekretärin Landesbeauftragte für Angelegenheiten der Sorben/Wenden bei der Preisverleihung in Lübben: "Der Landeswettbewerb ist besonders geeignet, um der Sprache und der Kultur der Wenden eine größere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu verschaffen und deutlich zu machen, dass diese ein zentraler Teil der Lausitzer Identität und Heimat sind.“

Über den ersten Platz im Kerngebiet durfte sich jedoch die Gemeinde Dissen-Striesow freuen. Ausschlaggebend für die Bewertung war, dass das Engagement für die wendische Sprache von der Mehrzahl der Einwohner getragen wird. Dies zeigt sich zum Beispiel in dem jüngsten Projekt der wendischen Hofnamenschilder. "Es sind die Bürgerinnen und Bürger, die unsere Lausitz so einzigartig machen", fasste Torsten Mack zusammen.

Über einen dritten Platz durfte sich die Verwaltung des Amtes Burg (Spreewald) freuen, die sich erstmals beteiligte. Schließlich setzt sie sich über die gesetzlichen Vorgaben (z. B. zweisprachige Beschriftung an öffentlichen Gebäuden) hinaus für den Gebrauch der Sprache in der Öffentlichkeit ein. Beispielhaft sei hier genannt, dass alle Einladungen und Bekanntmachungen zu Sitzungen der Gemeindevertretungen teilweise zweisprachig gestaltet sind und in Broschüren und Flyern für Bürger und Touristen der wendischsprachige Textanteil deutlich erhöht wurde. Zur Bundestagswahl 2017 wurden einige Bekanntmachungen in deutscher und sorbischer/wendischer Sprache veröffentlicht, obwohl dazu keine gesetzliche Verpflichtung besteht. Nicht zu vergessen ist der "Kleine Sprachkurs", der regelmäßig in der "Burger Spreewald-Zeitung" veröffentlicht wird. 

Im Rahmen der Preisverleihung übergab Staatssekretärin Gutheil den teilnehmenden Kommunen auch die ersten Tafeln "Deutsch-sorbische/wendische Gemeinde", die die Zugehörigkeit zum Siedlungsgebiet zum Ausdruck bringen sollen. Damit wolle man das Engagement wertschätzen sowie Einheimischen und Gästen noch bewusster machen, "welch einzigartigen Schatz wir haben", so Gutheil.