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Ein Leitbild "für das kleene Dorf Dissen"

Dissen-Striesow, den 29.03.2017

Nach Burg (Spreewald) will sich jetzt auch Dissen-Striesow ein Leitbild für die künftige Entwicklung der Gemeinde geben. Den Auftakt machte nun der Ortsteil Dissen, wo sich neben Gemeindevertretern auch rund 15 Bürger zu einer ersten Beratungsrunde trafen.

 

Dissen-Striesow/OT Dissen. Zu Beginn schaute Bürgermeister Fred Kaiser 28 Jahre zurück, auf ein Dorf, da ziemlich trist und verlassen schien, in dem es keine sanierten Straßen gegeben hat und wo an den Häusern nicht viel gemacht worden war. Seither hat sich das Dorf herausgeputzt, engagieren sich die Einwohner, weil sich alle gemeinsam wohlfühlen wollen. Doch mit der Entwicklung in den vergangenen Jahren entstanden neue Anforderungen. "Als wir die Hauptstraße gebaut haben, wurde sie funktional gebaut, ohne Parktaschen", nennt Fred Kaiser ein Beispiel. "Damals sahen wir darin keine Notwendigkeit, heute schon. Damals war das Heimatmuseum eine kleine Stube mit 200 Besuchern im Jahr. Heute zieht es jährlich 12.000 Gäste in das Dorf."

Auch wenn diese Entwicklung beeinflusst wurde durch die Entscheidungen der Gemeindevertreter, so sei sie dennoch nicht vorhersehbar gewesen.

 

Auch wenn sich manch einer fragt, ob ein Leitbild "für das kleene Dorf Dissen" nötig ist, ruft er die Einwohner auf: "Wie können wir unser Dorf für uns entwickeln, es attraktiver gestalten? Wie viel Fremdenverkehr möchten wir zulassen?"

 

Wirtschaftsförderer Sven Tischer gibt Einblicke in die Theorie einer Leitbilddiskussion. Die Ziele können realistisch, aber auch "utopisch" sein. So sei eine Entwicklung von Dissen zum staatlich anerkannten Erholungsort vorstellbar. Aber, wird dies von den Einwohnern auch gewünscht?

 

Schon in der Diskussion der anwesenden Bürger wird dies kontrovers gesehen. Sie bescheinigen Dissen eine sehr gute, geradezu paradiesische Wohnqualität mit wenig Lärm und Verkehr. Auch das kulturelle Angebot wird gelobt. Kritik gibt es bezüglich des langsamen Internetzugangs. Öffentliches W-Lan in kommunalen Einrichtungen, Fußgängerüberwege, mehr kleinteilige Beherbergungsbetriebe (keine Hotels) oder ein direkter Radweg zur Spree werden angeregt.

 

Maximilian Hassatzky wünscht sich einen bewussten und nachhaltigen touristischen Ausbau, ohne den dörflichen Charakter zu zerstören.

 

Darin sind sich die Anwesenden dann auch einig.

 

Im Ergebnis der Beratung soll ein Leitbild erarbeitet werden, das bis in das Jahr 2040 reicht und das langfristige Ziel Erholungsort Dissen verfolgt. Es haben sich mehrere Arbeitsgruppen herausgebildet, die sich mit den Themen Ortsgestaltung, Tradition und Kultur, Landwirtschaft und Tourismus beschäftigen. Erste Ergebnisse sollen am Mittwoch, dem 17. Mai, um 19 Uhr, in großer Runde zusammengetragen werden. Auch dazu sind interessierte Bürger im „Storchenhaus“ willkommen.