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Hahnrupfen- Łapanje kokota

Die Getreideernte ist in allen bäuerlichen Kulturen das wichtigste Ereignis im Jahreskreis. Entscheidet sie doch über Wohl und Wehe. Deshalb sind auch bei den Sorben viele Feste mit dem guten Ertrag der Ernte verbunden. Dem Hahn, dem Kokot, als Fruchtbarkeitssymbol kommt besondere Bedeutung zu. Noch immer ist es üblich, nach dem Einholen der letzten Garbe oder der letzten Kartoffeln zu sagen: „Heute ist Kokot.“ Früher schmückte man diese Garbe mit Blumen und Bändern. Der am weitesten verbreitete Ernterauch in der Niederlausitz ist das Hahnrupfen. Nach der Ernte stehlen die Jugendlichen den schönsten Hahn im Dorf. Dieser wird getötet. Am Festtag, zu dem die Mädchen in sorbischen Tanztrachten und die Burschen in schwarzen Hosen und weißen Hemden erscheinen, wird der Hahn am Quersteg einer mit Eichenlaub umwundenen Pforte befestigt. Die jungen Reiter versuchen einer nach dem anderen dem Hahn im Galopp den Kopf und die Flügel abzureißen. Zur Probe und zum Vergnügen für die Zuschauer, wird vorher nach Schnapsfläschchen und Zigarettenschachteln gegriffen. Wer den Hahnenkopf schnappt, ist der 1. Kral, der 1. König. Wer die  Flügel erringt, ist zweiter, bzw. dritter König. Alle drei suchen sich beim anschließenden Ehrentanz mit verbundenen Augen aus dem Kreis der Mädchen ihre Kralowka, Königin, aus. Die Könige und ihre Pferde werden mit Kränzen aus Eichenlaub geschmückt. Nachdem der Festzug, dem die Erntekrone vorangetragen wird, ins Gasthaus eingezogen ist, wird dort beim Festtanz der Hahn versteigert.

Hahnrupfen
Mit verbundenen Augen suchen sich die Erntekönige ihre Königinnen.
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