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Dissen / Dešno-Ein wendisches Dorf an der Spree

Dissen / Dešno wurde von westslawischen Siedlern aus dem Stamm der Lusitzer, die seit dem 6. Jh. die Lausitz besiedelten, gegründet. Im Jahr 1449 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Sein Name geht zurück auf das altsorbische Wort „dech" (Dunst, Nebel).


In der Geschichte und Gegenwart des Dorfes gibt es viele Zeugnisse der WENDISCHEN SPRACHE:

  • Die 1772 erbaute Fachwerkkirche wurde 1937 mit Bibelsprüchen in wendischer Sprache und mit floraler Deckenmalerei ausgestaltet.
  • Mitte des 19. Jahrhunderts gab der in Dissen geborene Pfarrer Kito Pank die erste wendische Zeitung heraus.
  • Bis in das 20. Jahrhundert hinein wurden in Dissen wendische Gottesdienste gefeiert.
  • Der bekannte Sprachforscher und Pfarrer Bogumil Swela (Gotthold Schwela) hielt 1941 den letzten Gottesdienst in wendischer Sprache, weil die Nationalsozialisten dies verboten.
  • Bis zur Mitte der 50-ger Jahre des 20. Jahrhunderts war wendisch die Umgangssprache im Dorf.
  • Seit 1987 werden auch wieder sorbisch/wendische Gottesdienste in der Dissener Kirche gehalten.
  • Gegenwärtig erlernen Dissener Kinder im Rahmen des Witaj-Projektes die sorbisch/wendische Sprache bereits im Kindergarten.
  • Auch heute noch werden neben dem Ortsnamen „Dešno“ die 5 wendischen Ortsteilnamen umgangssprachlich im Dorf verwendet.

     „Grabow“                 Weißbuchenhain

    „Wejsy“                      Im Dorf

    „Kóńc“                        Das Ende

    „Pśedejs“                   Vor dem Dorf

    „Kněski dwor“           Herrenhof

 

 

Bekannt ist Dissen auch als STORCHENDORF

  • Mit 8-12 jährlich (März bis August) besetzten Storchenhorsten zählt Dissen zu den storchenreichsten Orten Deutschlands.


 

Die von 2006 bis 2011 stattfindende RENATURIERUNG der Spreeauenlandschaft wird für viele Kleintierarten neuen Lebensraum schaffen, womit sich auch die Futtergrundlage für die Störche verbessern dürfte. 

  • Das ca. 400 ha große Renaturierungsgebiet ist heute schon ein interessantes Ausflugsziel für alle Naturliebhaber. 
  • Die zur extensiven Bewirtschaftung angesiedelten Aueroxen locken ebenfalls viele Besucher an.


 

Seit dem Jahr 2001 bildet Dissen gemeinsam mit dem Nachbarort Striesow die Gemeinde DISSEN-STRIESOW.

  • Die Gemeinde Dissen-Striesow gehört zum Amt Burg (Spreewald) und zum Landkreis Spree-Neiße.



Nach der politischen WENDE (1989) hat sich Dissen beachtlich entwickelt

  • Viele neue Wohnhäuser und Freizeiteinrichtungen wurden geschaffen.
  • Straßen und Wege wurden nahezu vollständig aber sensibel erneuert.
  • Stets wurde darauf geachtet, dass bei allen Baumaßnahmen das Dorfbild gewahrt wird und dörfliche Strukturen (Dorfanger, Vierseitenhöfe, historischer Backofen etc.) sichtbar bleiben.
  • Von 2010 bis 2015 hat die Gemeinde den historischen und ortsbildprägenden Vierseitenhof zum Naturkundehof (Spreeauenhof) ausgebaut. Im einstigen Wohnhaus ist 2015 das Café „Liska“ (heute Eiscafé), benannt nach der letzten Besitzerin, entstanden und im Obergeschoss eine Wohnung.
  • 2012 entstand in Kooperation mit dem Verein Naturkundezentrum Spreeaue e. V. Ende 2012 hinter dem Spreeauenhof eine Streuobstwiese mit 27 Obstbäumen 16 verschiedener Sorten, und eine Wetterstation zur Erfassung vom Klimadaten.
  • 2013 wird hinter dem Heimatmuseum der frühmittelalterliche slawische Siedlungsausschnitt "Stary lud" (Altes Volk) mit fünf Erdgrubenhäusern eingeweiht.

 

Wettbewerbsteilnahmen:

  • 2005, 2011 und 2017 wurde Dissen innerhalb des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft" als Sieger des Spree-Neiße-Kreises ausgezeichnet.
  • 2018 wurde Dissen Landessieger im 10. Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" und vertritt damit das Land Brandenburg im 26. Bundeswettbewerb 2019.
  • 2007 wird die Gemeinde Dissen-Striesow mit dem Titel „Kinder- und Familienfreundliche Gemeinde" vom Land Brandenburg geehrt.
  • 2004, 2011 und 2017 wird Dissen Sieger im Landeswettbewerb „Sprachenfreundliche Kommune - Serbska rěc jo žywa“.