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Dissen / Dešno-Ein wendisches Dorf an der Spree

Dissen / Dešno wurde von westslawischen Siedlern aus dem Stamm der Lusitzer, die seit dem 6. Jh. die Lausitz besiedelten, gegründet. Im Jahr 1449 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Sein Name geht zurück auf das altsorbische Wort „dech" (Dunst, Nebel).



In der Geschichte und Gegenwart des Dorfes gibt es viele Zeugnisse der WENDISCHEN SPRACHE:

  • Die 1772 erbaute Fachwerkkirche wurde 1937 mit Bibelsprüchen in wendischer Sprache und mit floraler Deckenmalerei ausgestaltet
  • Mitte des 19. Jahrhunderts gab der in Dissen geborene Pfarrer Kito Pank die erste wendische Zeitung heraus
  • Bis in das 20. Jahrhundert hinein wurden in Dissen wendische Gottesdienste gefeiert.


Der bekannte Sprachforscher und Pfarrer Bogumil Swela (Gotthold Schwela)

hielt 1941 den letzten Gottesdienst in wendischer Sprache, weil die National-sozialisten dies verboten.

  • Bis zur Mitte der 50-ger Jahre des 20. Jahrhunderts war wendisch die Umgangssprache im Dorf
  • Seit 1987 werden auch wieder sorbisch/wendische Gottesdienste in der Dissener Kirche gehalten
  • Für die Bemühungen der Dorfgemeinschaft zur Pflege und zum Erhalt der sorbisch/wendischen Sprache wurde Dissen / Desno im Jahr 2003, innerhalb des Landeswettbewerbes, als „Sprachenfreundliche Kommune" ausgezeichnet.
  • Gegenwärtig erlernen Dissener Kinder im Rahmen des Witaj-Projektes die sorbisch/wendische Sprache bereits im Kindergarten



Das HEIMATMUSEUM gewährt seit 1978 Einblicke in das Leben der wendischen

bäuerlich geprägten Bevölkerung.

  • Alte Arbeitsgeräte, Hausrat, Bücher, Kinderspielzeug werden ebenso ausgestellt, wie es Darstellungen zu dörflichen Tagesabläufen gibt
  • Die bis zur heutigen Zeit gepflegten sorbisch/wendischen Bräuche wie Zapust (Fastnacht), Ostersingen und Kokot (Hahnrupfen) werden erläutert und in Bildern präsentiert
  • Auch 21 Varianten der sorbisch/wendischen Tracht sind zu besichtigen
  • Durch zahlreiche und wechselnde thematische Ausstellungen und vielfältige Veranstaltungen wird die ständige Ausstellung interessant und vielseitig ergänzt


 

Bekannt ist Dissen auch als STORCHENDORF

  • Mit 8-12 jährlich (März bis August) besetzten Storchenhorsten zählt Dissen zu den storchenreichsten Orten Deutschlands


 

Die von 2006 bis 2011 stattfindende RENATURIERUNG der Spreeauenlandschaft wird für viele Kleintierarten neuen Lebensraum schaffen, womit sich auch die Futtergrundlage

für die Störche verbessern dürfte 

  • Das ca. 400 ha große Renaturierungsgebiet ist heute schon ein interessantes Ausflugsziel für alle Naturliebhaber 
  • Die zur extensiven Bewirtschaftung angesiedelten Aueroxen, Wasserbüffel und Tarpane (Wildpferde) locken ebenfalls viele Besucher an


 

Seit dem Jahr 2001 bildet Dissen gemeinsam mit dem Nachbarort Striesow die Gemeinde DISSEN-STRIESOW

  • Die Gemeinde Dissen-Striesow gehört zum Amt Burg/Spreewald und zum Landkreis Spree-Neiße



Nach der politischen WENDE (1989) hat sich Dissen beachtlich entwickelt

  • Viele neue Wohnhäuser und Freizeiteinrichtungen wurden geschaffen
  • Straßen und Wege wurden nahezu vollständig aber sensibel erneuert
  • Stets wurde darauf geachtet, dass bei allen Baumaßnahmen das Dorfbild gewahrt wird und dörfliche Strukturen (Dorfanger, Vierseitenhöfe, historischer Backofen etc.) sichtbar bleiben
  • 2005 wurde Dissen innerhalb des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft" als Sieger des Spree-Neiße Kreises ausgezeichnet
  • 2007 wird die Gemeinde Dissen - Striesow mit dem Titel „Kinder- und Familienfreundliche Gemeinde" vom Land Brandenburg geehrt