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Ein wendisches Dorf an der Spree

Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" : der Auszeichnung auf der Grünen Woche 2020 in Berlin. Quelle: BMEL

Dissen/Dešno wurde 1449 erstmals urkundlich erwähnt und ist ein Ortsteil der Gemeinde Dissen-Striesow.

Das Dorf wurde von westslawischen Siedlern aus dem Stamm der Lusizer, die seit dem 6. Jahrhundert die Lausitz besiedelten, gegründet. Der Name geht zurück auf das altsorbische Wort „dech“ (Dunst, Nebel).

 

Dissen/Dešno wuchs um die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert aus zumindest zwei Ortskernen und mehreren Kleinsiedlungen zusammen. Daraus resultiert eine ungewöhnliche Anordnung der Siedlung im rechten Winkel und in zwei Grundformen: Sackgassen- und Angerdorf.

Auch heute noch werden neben dem Ortsnamen „Dešno“ die fünf in der Hauptsatzung der Gemeinde festgeschriebenen wendischen Ortsteilnamen umgangssprachlich im Dorf verwendet.

„Grabow“         Weißbuchenhain

„Wejsy“            Im Dorf

„Kóńc“             Das Ende

„Pšedejs“          Vor dem Dorf

„Kněski dwor“  Herrenhof

Auffällig sind auf jeden Fall die beiden sehr breiten Dorfanger in „Grabow“ und „Kóńc“. Dissen wird von einer Hauptverkehrsstraße durchquert.

Die Struktur des Dorfes ist, verglichen mit der ersten erhaltenen Flurkarte von 1774, bis heute noch weitgehend erhalten.

Das Bild wird im historischen Dorfkern überwiegend von zum öffentlichen Raum hin geschlossenen 4-Seiten-Höfen geprägt. Durch seine kompakte, wehrhafte Bauweise ist der „Torhaushof" ein ortsbildprägender Bauwerkstyp in Dissen. 

Das Ensemble aus evangelischer Kirche, Heimatmuseum (ehemaliges Küsterhaus/Schule), Pfarrhaus mit Gotthold-Schwela-/Bogumił-Šwjela-Denkmal, Gasthaus „Wendischer Hof“ und Kriegerdenkmal prägt das Dissener Ortsbild. Alle Gebäude, außer dem Gasthof, sind eingetragene Einzeldenkmale.

 

Nach der politischen Wende 1989 hat sich Dissen beachtlich entwickelt. Viele neue Wohnhäuser und Freizeiteinrichtungen wurden geschaffen. Straßen und Wege wurden nahezu vollständig aber sensibel erneuert.

Stets wurde darauf geachtet, dass bei allen Baumaßnahmen das Dorfbild gewahrt wird und dörfliche Strukturen (Dorfanger, Vierseitenhöfe, historischer Backofen etc.) sichtbar bleiben.

  • Von 2010 bis 2015 hat die Gemeinde den historischen und ortsbildprägenden Vierseitenhof zum Naturkundehof (Spreeauenhof) ausgebaut. Im einstigen Wohnhaus ist 2015 das Café „Liska“ (heute Eiscafé), benannt nach der letzten Besitzerin, entstanden und im Obergeschoss eine Wohnung.
  • 2019 begannen die Bauarbeiten für die Umnutzung des 4-Seitenhofes „Tylcyc“ im Dorfzentrum. Hier sollen die ortsansässige Feuerwehr einschließlich der Kinder-und Jugendfeuerwehr sowie der Kräutergarten ein neues zu Hause bekommen.

 

2019 gewann Dissen beim Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" eine Goldmedaille. Drauf sind die Einwohnerinnen und Einwohner sehr stolz. (Foto oben: Bei der Auszeichnung auf der Grünen Woche 2020 in Berlin. Quelle: BMEL)

Bereits 2005, 2011 und 2017 wurde Dissen innerhalb des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft" als Sieger des Spree-Neiße-Kreises ausgezeichnet, 2018 als Landessieger im 10. Landeswettbewerb.

 

2004, 2011 und 2017 wurde Dissen Sieger im Landeswettbewerb „Sprachenfreundliche Kommune - Serbska rěc jo žywa“.

 

Sie wollen noch mehr über Dissen erfahren? Dann blättern Sie in der "Dissener Dorfzeitung", eine Sonderveröffentlichung anlässlich des Bundeswettbewerbes "Unser Dorf hat Zukunft" 2019:

 

Dissener Dorfzeitung von Juli 2019

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Spreeauenhof mit Eiscafé Liska
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