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Jatšy - Ostern

Sorbische Ostereier

Die Sorben bezeichnen sich selbst gern als das „Ostervolk“. Ostern ist für sie das traditionsreichste Fest im Kirchenjahr. Und so sind in der Osterzeit wohl die meisten Bräuche entstanden, wie das Osterwasser holen, das Waleien, das Osterreiten sowie das Beschenken der Patenkinder oder das Ostersingen. Viele werden bis heute gepflegt. Beliebte Tradition bis heute ist auch das Osterfeuer.

 

Ostersingen - Jatšowne spiwanje

 

In der Spinnstube wurden die Lieder für das Ostersingen gelernt und geübt. Bis Anfang der 50-er Jahre fand das Ostersingen auch in Dissen und Striesow statt. Dabei gingen die Frauen in Halbtrauertracht durch das in andächtiger Stille versunkene Dorf und sangen sorbische Trauerlieder und Osterchoräle, die frohe Kunde von der Auferstehung Jesu Christi erzählten. Gesungen wurde an den Passionssonntagen und am Karfreitag. Dabei wurden auch die Felder und Fluren umschritten, um Gottes Segen für diese zu erbitten und sie vor Bösem zu beschützen.

Seit 2001 findet in der Kirche zu Dissen jedes Jahr am Karfreitag eine Andacht statt, zu der der Chor „Łužyca“ diese traditionellen sorbischen/wendischen Choräle erklingen lässt. 

 

Ostereier- Jatšowne jajka

 

Bei den meisten Völkern gilt das Ei als Symbol des erwachenden Lebens im Frühling, des Wachstums und der Fruchtbarkeit. Verzierte Ostereier sind in aller Welt Ausdruck lebendiger Volkskultur. Sorbische Ostereier sind weit über die Grenzen der Lausitz hinaus für ihre Schönheit bekannt. Es werden vier Verzierungsarten gepflegt: Die Wachsreservetechnik, die Wachsbossiertechnik, die Kratztechnik und die Ätztechnik. Es kommen als Arbeitsmittel Wachs oder Salzsäure, Federkiele oder Messer zum Einsatz. Zum Färben verwendet man die handelsüblichen Ostereier- und Stofffarben. Bei den Ornamenten wird Wert auf Symmetrie gelegt. Das älteste verwendete Motiv ist das Sonnenrad, welches Leben symbolisiert. Oft wird es von Dreiecken, den Wolfszähnen, als Schutz umringt. Auch der Stern ist oft zu finden. Wenn ein Muster um das ganze Ei herumgeht, ist das ein Zeichen für Unendlichkeit und Ewigkeit. Fachleute erkennen an der „Schrift“, wer das Ei bemalt hat.

Die Sitte, gefärbte Eier zu verschenken, ist in der Lausitz erstmalig 1717 bezeugt. So ist es üblich, die Ostereier für die Patenkinder am Karfreitag/ Śichy pětk zu verzieren. Man suchte Beschäftigung, denn es war verboten, im Haus Lärm zu machen, zu musizieren oder fröhliche Lieder zu singen. Wörtlich heißt dieser Tag „Stiller Freitag“.

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